LOCOwie es begann!

 

Als wir, Sylvia und ich, unsere Hochzeitsreise im Dezember 1978 mit dem Ziel den Aconcagua zu besteigen starteten, waren wir absolute Gringos in Lateinamerika. Nachdem die Grenze zu Argentinien aufgrund des Beagle-Konflikts gesperrt war, sind wir einfach in Rio Colorado, also im Tal des Rio Aconcagua in Chile gestartet. Haben illegal die Grenze übertreten und sind nach mehr als 90km auf dem damals gesperrten Gipfel gestanden.

Als Rückweg haben wir einfach den Weg durch das Horcones Tal nach Puenta del Inca gewählt, wo wir vom Militär am 23.01.79 auch in Empfang genommen wurden. Im einzigen Hotel dort, wo auch das Militärcasino war konnten wir uns frei bewegen. Wir hatten großes Glück, Papst Johannes Paul II hat wenige Stunden vor dem argentinischen Militär Angriff die Vermittlung in diesem Konflikt angeboten und gegen Mittag am 24.01.79 wurde die Grenze geöffnet. Die Militärs dort waren froh, dass wir am selben Tag mit dem Zug nach Chile zurück sind, denn sie hätten mit uns große Probleme bekommen.

Ein Jahr später, mit fünf Freunden, bin ich wieder auf derselben Route zum Aconcagua, jedoch haben wir den Gipfel damals nicht erreicht, dafür waren aber Militärs im hinteren Horconestal stationiert. In Puenta del Inca waren wir für ein paar Tage in Hausarrest bis der Illegale Grenzübertritt publik wurde. Ein entsprechender Zeitungsartikel in Mendoza hat uns geholfen und wir wurden des Landes verwiesen. Somit war einmal Schluss mit Bergsteigen in Argentinien.
Der Aconcagua wird heute meist als Test fürs Höhenbergsteigen angegangen, bei mir war es auch so und ich bin dann zum Manaslu im Himalaya. Ab 1989 war ich als Bergführer wieder in Lateinamerika, Ziele waren die klassischen Fünf- und Sechstausender. Somit hatte ich bis Mai 2014 immerhin schon 28 Gipfel mit dem 6er vorne.
 
Nach einer Knie OP im Mai 2015 konnte ich über mein Projekt, ich habe es „LOCO“ genannt, nicht nur nachdenken, ich wollte es Umsetzen. Meine Idee war, bis zum 60igsten Geburtstag 60 Gipfel mit 6000m zu besteigen. Im Dezember 2015 sind wir dann nach Santiago de Chile, haben dort im Hafen von San Antonio meinen alten Pickup abgeholt und mit meist unbekannten Gipfeln in den Anden das Projekt gestartet.
 

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GESCHAFFT

 

mit dem Volván Copiapó 6.052m am Sonntag den 19. November 2017 habe ich das für mich ganz private Ziel – 60 Gipfel mit 6.000m zu besteigen – erreicht!

Ich habe dem Projekt den Namen „LOCO“ gegeben und mir ist nichts mehr dazu eingefallen als – siempre loco. In dieser Zeit habe ich dann sporadisch auf Facebook ein paar Bilder gestellt und auch tolle Kommentare von meinen Freunden dazu erhalten, wofür ich mich bei allen recht herzlich bedanken möchte. Freund Christian Födinger hat einmal kommentiert,

...das ist alles andere als LOCO, das ist espléndido!